Anomalien anhand der Leistungsaufnahme Ihrer Anlagen erkennen.

Jede Werkzeugmaschine verrät durch ihren Stromverbrauch, was in ihr vorgeht – man muss nur genau hinsehen. Ein stumpfer Fräser, ein beginnender Lagerschaden oder eine Anlage, die nachts unnötig auf Temperatur gehalten wird: All das hinterlässt Spuren in der Leistungsaufnahme. Wer diese Spuren erkennt, verhindert Ausschuss, ungeplante Stillstände und unnötige Energiekosten.

Was ist eine Anomalie?

Eine Anomalie ist jede Abweichung vom gewohnten Verhalten einer Anlage. Im Energieverbrauch zeigt sie sich als ungewöhnliches Muster: ein Signal, das nicht zum aktuellen Bearbeitungsschritt passt, ein Verbrauch zur falschen Zeit oder eine schleichende Veränderung über Tage und Wochen. Die Ursachen sind vielfältig – und genau deshalb lohnt es sich, den Energieverbrauch nicht nur als Kostenposten, sondern als Informationsquelle zu betrachten.

Beispiel: Das stumpfe Werkzeug

Ein scharfes Werkzeug schneidet sauber, die Spindel arbeitet mit gleichmäßiger Leistungsaufnahme. Mit zunehmendem Verschleiß ändert sich das: Die Schneide reibt stärker, die Schnittkräfte steigen und schwanken. In der Leistungsaufnahme der Spindel zeigt sich das als hochfrequente Überlagerung – ein unruhiges Signal, das über dem eigentlichen Bearbeitungsprofil liegt.

Der Werker an der Maschine wird meist erst aufmerksam, wenn sich der Verschleiß deutlich bemerkbar macht – etwa durch zunehmende Vibrationen oder veränderte Geräusche. Dann ist es oft schon zu spät. Im Energiesignal ist die Veränderung dagegen messbar, lange bevor es kritisch wird. Und kritisch wird es schnell:

  1. Qualitätsverlust: Maßabweichungen, schlechtere Oberflächen, Gratbildung.
  2. Werkzeugbruch: Ein stumpfes Werkzeug bricht deutlich eher als ein scharfes.
  3. Ausschuss: Ein Werkzeugbruch beschädigt häufig das Werkstück – oft nach vielen Stunden Bearbeitung und mit teurem Rohmaterial.

Wer den Verschleiß im Energiesignal früh erkennt, wechselt das Werkzeug dann, wenn es nötig ist: nicht zu früh nach starrem Intervall und nicht zu spät nach dem Bruch.

Wenn sich ein Maschinenausfall ankündigt

Nicht nur Werkzeuge verschleißen, auch die Maschine selbst. Ein Spindellager mit beginnendem Schaden, eine schwergängige Führung oder ein nachlassender Antrieb verändern die Leistungsaufnahme schleichend. Gleiche Bearbeitung, gleiches Programm – aber mit der Zeit mehr Energiebedarf oder ein verändertes Signalmuster.

Genau diese Trends machen Anomalieerkennung zum Werkzeug der vorausschauenden Instandhaltung. Statt auf den Ausfall zu warten, planen Sie die Wartung in ein ohnehin vorgesehenes Zeitfenster. Das vermeidet ungeplante Stillstände, Folgeschäden und teure Eilbestellungen von Ersatzteilen.

Der energetische Fingerabdruck: Betriebszustände erkennen

Jeder Betriebszustand einer Werkzeugmaschine hat ein eigenes, wiedererkennbares Energiemuster. Am Beispiel einer Fräsmaschine:

Betriebszustand Typisches Energiemuster
Leerlauf Niedrige, konstante Grundlast durch Steuerung, Hydraulik, Kühlung
Eilgang Kurze, steile Leistungsspitzen der Achsantriebe beim Beschleunigen und Bremsen
Spanabhebende Bearbeitung Erhöhte Spindelleistung mit charakteristischem Verlauf je nach Werkzeug und Material

Aus diesen Mustern lässt sich ablesen, was die Maschine gerade tut – ohne Eingriff in die Steuerung. Das ist die Grundlage für zwei Dinge: Erstens wird sichtbar, wie viel Zeit eine Maschine tatsächlich produktiv arbeitet und wie viel sie nur bereitsteht. Zweitens lassen sich Anomalien gezielt bewerten: Eine hochfrequente Überlagerung während der Bearbeitung bedeutet etwas anderes als eine ungewöhnlich hohe Grundlast im Leerlauf.

Energie zur falschen Zeit

Nicht jede Anomalie entsteht während der Bearbeitung. Häufig zeigt sie sich dann, wenn eigentlich nichts passieren sollte: nachts, am Wochenende oder in Schichtpausen. Typische Ursachen sind Anlagen, die nicht abgeschaltet wurden, oder Standby-Zustände, in denen Druckluft, Hydraulikdruck oder Temperatur unnötig vorgehalten werden.

Einzeln wirken diese Verbräuche klein. Über das Jahr und den gesamten Maschinenpark summieren sie sich zu einem spürbaren Kostenblock auf – der sich oft mit einfachen organisatorischen Maßnahmen senken lässt.

So setzen Sie Anomalieerkennung mit dem Ladon Sensor um

Der Ladon Sensor erfasst die Leistungsaufnahme Ihrer Anlagen mit 20.000 Messwerten pro Sekunde – nachrüstbar und ohne Eingriff in die Maschinensteuerung. So werden Betriebszustände, Verschleißmuster und Verbräuche zur falschen Zeit sichtbar.

Gemeinsam definieren, was eine Anomalie ist. Im Vorfeld legen wir mit Ihrem Produktionsleiter fest, welche Abweichungen für Ihre Anlagen relevant sind. Eine Woche Regelbetrieb dient anschließend als Referenz – danach erkennt das System bereits Anomalien.

Aktiv gewarnt statt nachträglich entdeckt. Tritt eine Anomalie auf, erhält der Verantwortliche sofort eine Warnung per SMS. So kann er eingreifen, bevor aus einem stumpfen Werkzeug ein Werkzeugbruch wird. Zusätzlich stehen alle Daten in übersichtlichen Dashboards für eine Auswertung zur Verfügung.

Das Ergebnis: weniger Ausschuss, weniger ungeplante Stillstände und eine belastbare Grundlage, um den Energieverbrauch in Ihrer Fertigung gezielt zu senken.

Sie möchten wissen, was der energetische Fingerabdruck Ihrer Maschinen verrät? Sprechen Sie uns an – wir zeigen Ihnen in einem kurzen Gespräch, welches Potenzial in Ihren Anlagen steckt.

Privacy Preference Center