Ladon Energy baut keine Messgeräte für eine Branche, sondern eine Datenplattform für die Energiewende. Warum wir in der Industrie anfangen und wohin das führt.

In den letzten drei Beiträgen ging es um Haushalte, Flexibilität und Netze. Ladon Energy startet trotzdem woanders: in der Industrie. Das ist kein Umweg, sondern der Kern unserer Strategie.

Eine Technologie, ein Prinzip

Alle drei Märkte beruhen auf demselben Prinzip: In Energiedaten stecken viele wertvolle Informationen, man muss nur genau genug hinsehen. Ladon Energy misst Strom und Spannung 20.000-mal pro Sekunde, im Schaltschrank einer Maschine oder am Hausanschluss. Was sich daraus ablesen lässt, hängt vom Markt ab.

Industrie: der erste Markt. Im Mittelstand messen wir den Strom einzelner Maschinen im Schaltschrank. Die Kunden sehen in Echtzeit, wie viel Energie jede Maschine verbraucht. In der Pilotphase im Q1-27 kommt eine Warnung hinzu, wenn sich eine Maschine ungewöhnlich verhält. Ungeplante Stillstände kosten deutsche Industriebetriebe laut ABB im Mittel 147.000 € pro Stunde. Der Nutzen ist also direkt in Euro messbar, und die Zahlungsbereitschaft ist da.

Netzbetreiber: der zweite Markt. Am Hausanschluss liefert Ladon Energy hochaufgelöste Messdaten, aus denen Netzbetreiber den Zustand ihrer Niederspannung ableiten können. Der Bedarf ist belegt, Netzbetreiber investieren bereits in Transparenz (siehe Beitrag über Netzbetreiber).

Haushalte und Flexibilität: der große Markt. Mit funktionierender Disaggregation wird jeder Hausanschluss zur Datenquelle für Flexibilitätsanbieter, auch für die Geräte, die keine API haben (siehe Beitrag über Transparenz).

Warum die Industrie die Vision trainiert

Disaggregation lernt man nicht am Schreibtisch. Ein Modell, das Geräte an ihrer elektrischen Signatur erkennt, braucht Trainingsdaten, bei denen bekannt ist, welches Gerät wann was verbraucht hat. Genau die entstehen in den Industrie-Piloten: Weil dort jede Maschine einen eigenen Sensor bekommt, kennen wir für jede Signatur den tatsächlichen Verbraucher. Jeder Industriekunde von heute verbessert damit das Produkt für die Märkte von morgen.

Das Geschäftsmodell

Ladon Energy verkauft keine Hardware, sondern eine Dienstleistung: Der Sensor wird gegen ein monatliches Entgelt bereitgestellt, der Wert entsteht in den Daten. Das hat zwei Folgen.

Erstens wächst der Wert jedes Messpunkts mit der Zahl der Anwendungen. Dieselbe Messung am Hausanschluss gibt dem Haushalt Transparenz, dem Netzbetreiber Netzzustandsdaten und später dem Flexibilitätsanbieter ein Bild verfügbarer und gelieferter Flexibilität.

Zweitens skaliert das Modell über Partner. Laut ADL laufen Flexibilitätsangebote, die in die Haupt-App eines Versorgers integriert sind, um ein Vielfaches besser als eigenständige Apps. Ladon Energy soll deshalb nicht die nächste App auf dem Handy der Haushalte werden, sondern die Datenschicht hinter den Angeboten von Netzbetreibern, Stadtwerken und Aggregatoren.

Was uns zu einem investierbaren Team macht

Ein erteiltes Patent auf das Disaggregationsverfahren (DE 10 2022 106 405 B4). Eine Forschungskooperation mit dem IMPT der Leibniz Universität Hannover in den Projekten ReGap Community und FlexEnergy4U. Gründer mit Erfahrung im Aufbau und Verkauf eines Unternehmens. Und erste Industrie-Installationen ab Q1 27, die echte Daten liefern.

Was wir noch beweisen müssen

Wir sind früh, und das sagen wir offen. Die Disaggregation ist in Entwicklung. Ob Netzbetreiber für Messdaten vom Hausanschluss bezahlen und zu welchen Konditionen, testen wir in den ersten Projekten. Und die Kosten pro Messpunkt müssen weiter sinken, damit sich die Messung auch dort rechnet, wo der Nutzen pro Haushalt klein ist. Genau an diesen drei Punkten arbeiten wir in den nächsten 18 Monaten.

Heute: Energietransparenz pro Maschine in der Industrie; hochaufgelöste Messdaten vom Hausanschluss für Netzbetreiber; Pilotphase mit Anomalie-Warnung ab Q1 27.

Vision: eine Datenplattform, die aus einem Messpunkt pro Haus oder Standort Zustand, Verbraucher und Flexibilität sichtbar macht.

Quellen: ABB, Value of Reliability (2024) · Arthur D. Little / Enode, Scaling Residential Flexibility (2026) · Patent DE 10 2022 106 405 B4

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